Assassin's Creed 3 im Test

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Assassin's Creed 3 durchgespielt...

Seit dem 22. November 2012 ist Assassin's Creed 3 nun endlich auch für den PC erhältlich.Was habe ich lange drauf gewartet...

Wie schon bei den Vorgängern, gibt es Assassin's Creed 3 in verschiedenen Ausführungen, ich habe die Join Or Die- Edition mit einem Assassinen-Medaillon in einem kleinen Beutel, sowie einem, auf alt gemachten, sehr informativen Notizbuch von George Washington in englischer Sprache. Dazu habe ich als Vorbesteller noch einen Code per Mail erhalten mit weiteren Inhalten zum Freischalten.

DLC ist, laut Ubisoft, ab Mitte Dezember verfügbar. Pünktlich zum Weltuntergang...

In Assassin's Creed 3 steuert ihr wieder Desmond Miles und führt ihn in die Vergangenheit zu seinen Vorfahren mithilfe des Animus. Und nach einer langen Einleitung, über die ich mich hier nicht näher auslassen möchte, lernt ihr Halbblut Connor, dessen eigentlicher Name Ratohnhaké:ton lautet, kennen und werdet seine Rolle in der Saga zur Zeit der Amerikanischen Revolution und Unabhängigkeitskriege näher erforschen. Dieser Teil der Reihe ist gespickt mit historischen Schauplätzen und es wimmelt nur so von bekannten Namen und geschichtlichen Details, die man in der Animus-Datenbank im Pausenmenü wieder nachlesen kann.

Assassin's Creed 3 teilt sich in eine Hauptquest mit 12 Sequenzen, in denen man nach ca. 2 Sequenzen abwechselnd mal mit Connor, mal mit Desmond spielt, und dazu viele viele Nebenquests. Wirklich anspruchsvolle Quests, vor allem was die Nebenquests betrifft, sucht man bei Assassin's Creed 3 leider vergeblich, selbst die Attentatsquests, die in den Vorgängern immer ziemlich schwierig und aufwendig waren, wenn man sie perfekt abschließen wollte, kann man problemlos lösen. Einige Hauptmissionen wiederum sind ziemlich fies, weil der Zeitdruck einfach zu groß ist. Einen Abschnitt habe ich gefühlte 20 Mal spielen müssen, weil ich den Kurier einfach nicht einholen konnte. Danach habe ich die Idee aufgegeben, das Spiel perfekt beenden zu wollen...vielleicht mal irgendwann in der Zukunft, falls ich den Weltuntergang überlebt haben sollte...

Und hier und da haben sich einige Bugs eingeschlichen, vor allem beim Schläger-Turnier in Boston bei der Brauerei oder ich hatte auch ein großes Problem mit der "Bärenjagd". Ich konnte die Quest nicht abschließen, weil bei mir in der Höhle des Bären ein Toter fehlte, und die Quest einfach nicht weiterlief. Kurz vor Abschluss des Spiels habe ich sie noch einmal angespielt und siehe da, es ging....und viele weitere Jägerquests folgten...uff...

Auch bei Sequenz 11 war ich ziemlich sauer, erst erscheinen die 3 Fregatten nicht und ich durfte den Checkpoint neu laden, dann wollte das Spiel im nächsten Teilabschnitt einfach nicht aufhören zu laden*grummel* Da half nur Spiel neu starten.

Ein bisschen geärgert habe ich mich bei den Desmond-Missionen...die Gegner waren zu einfach und wenn man doch mal etwas stärker verprügelt wurde, was höchst selten vorkam, wurde man desynchronisiert, und das obwohl man keine Statusanzeigen sehen und nur raten konnte, wie viel Gesundheit Desmond noch hat...super...

Eine große Neuerung in diesem Teil der Assassin's Creed-Saga ist das Erlegen von Tieren. Mithilfe von Fallen, Ködern oder Giftpfeilen kann man von ihnen Pelze, Fleisch, Krallen, etc. erbeuten und dann entweder weiterverarbeiten oder verkaufen. Kämpfe mit Bären, Wölfen, Pumas, Luchse und Wapitis sind etwas schwieriger, da man in kleinen Quick Time Events verschiedene Tasten drücken muss(eine Kombination aus B-Taste mit jeweils Y,A oder X).

Die Umgebung selbst ist super, die Davenport-Siedlung jedes Mal aufs Neue zu entdecken, wenn man eine Siedlungsmission abgeschlossen hat, genial. Die Siedlungsmissionen dienen übrigens dazu, neue Handwerker aus den Städten anzuwerben, und zu einem Teil der eigenen Siedlung zu machen, wobei neue Handwerker neue Dinge produzieren können, um bspw. neue Waffen herzustellen, sowie Upgrades für Köcher oder Munitionsbeutel. Außerdem können die im (sehr anstrengenden und unübersichtlichen) Menü erstellten Waren mit einem Landkonvoi oder per Schiff versendet werden (und bringen wieder ein bisschen mehr Geld ein).

Euer Geld im Allgemeinen ist in Assassin's Creed 3 ziemlich knapp, vor allem, wenn man wirklich alles aufrüsten will, also auch sein Schiff, was sich wieder positiv auf die Seeschlachten auswirkt.

Apropos Seeschlachten, in Assassin's Creed 3 steuert ihr euer eigenes Schiff, die Aquila, durch die Karibik, bekämpft Feinde mit Kanonenkugeln, Kettengeschossen oder Drehbassen, verteidigt Verbündete, befreit Forts von den Briten oder begebt euch auf die Suche nach Captain Kidd's Schatz...

Zu den neuen Waffen gehören Tomahawk, Pfeil und Bogen, Schusswaffen, Wurfpfeil und Fallen, wobei das Nachladen der Waffen ziemlich lange dauert und man doch eher auf Giftpfeile oder Pfeil und Bogen zurückgreift.

Man kann nun durch Häuser springen, habe ich nur sehr selten genutzt, auch über die Dächer laufen, wie in den anderen Teilen, war nicht ganz so einfach, da die Abstände zwischen den Häusern oftmals viel zu groß sind. Die KI-Gegner sind etwas klüger als in den Vorgängern und nehmen Waffen vom Boden auf, mit Waffen sind sie allerdings nicht schwer zu besiegen, beim Kontern kann man ihnen leicht die Waffen abnehmen. Einzig die Schläger-Nebenquests, bei denen man die Gegner nur im Faustkampf besiegen darf, haben es zum Teil wirklich in sich...Man sollte sich eben nicht nur auf die Fäuste beschränken...

Medizin braucht man in diesem Teil nicht, die Gesundheit füllt sich beim Blocken von alleine wieder auf. Auch die Anzeige an sich befindet sich nun nicht mehr oben links, sondern unten links, zusammen mit einer kleinen Anzeige für den Status für „inkognito“ oder „gesucht“ und der Map.

Den Adlersinn kam in Assassin's Creed 3 kaum zum Einsatz, ich habe ihn nur ab und zu genutzt um Hinweise in der näheren Umgebung zu entdecken. Eine größere Nebenaufgabe ist die Erkundung des jeweiligen Untergrunds von Boston und New York, um die (sehr hilfreichen) Schnellreiseziele zu erspielen, dort gibt es noch kleine Minispiele um die Türen zu öffnen, die allerdings auch nicht sehr anspruchsvoll sind. Achtet nur darauf, die Lampen anzuzünden, Wege freizusprengen oder den Ratten zu folgen. Weitere Minispiele sind das Boule-Spiel, oder auch die Leute in Tavernen(wobei bei mir in der Munroe-Taverne (auf der Grenzland-Karte rechts) ein Spielersymbol zu sehen war, dort allerdings kein Spieler war...), die euch zu einer Partie Mühle oder Fanorona einladen, sowie das Schlösserknacken(bei dem ich mir oftmals die Daumen völlig verdreht habe...)

In Assassin's Creed 3 kann man auch wieder seine Assassinengilde aufbauen, und neue Rekruten anwerben, die dann auf verschiedene Missionen an Amerikas Ostküste geschickt werden, wo sie sich dann zum ausgebildeten Assassinen hocharbeiten. Einmal ausgeführte Missionen können nicht wieder gespielt werden, und befreite Gebiete auch nicht wieder von den Gegnern zurückerobert werden, wie es oftmals in Assassin's Creed Revelations der Fall war. Das Assassinenmenü wurde stark vereinfacht, man muss nun auch nicht mehr einen Taubenschlag aufsuchen, sondern kann jederzeit über LB und X-Taste das Menü aufrufen.

Assassinen werden mit LB gerufen, die Anzeige für eure Rekruten findet ihr rechts unten, sie können für einige Zeit verletzt werden, tauchen dann aber wieder auf. Die Assassinen stehen euch nur in den Städten zur Verfügung.

Den Mehrspieler-Modus habe ich bisher noch nicht getestet, kann dazu also nichts genaueres sagen.

Grafik:

Hier und da gibt’s ein paar optische Grafikfehler(schaut euch einfach die Bilder an), die aber das Spielgeschehen selbst nicht mindern.

Allerdings habe ich z.B. bei der Fort Wolcott-Mission am Kerzenleuchter gehangen und Connor wollte weder vor noch zurück und ich musste den letzten Checkpoint neu laden. Sollte das noch öfter passieren, wär's ärgerlich. Ansonsten ist die Grafik(dank Rundumerneuerung meines PCs auch in der höchsten Auflösung spielbar) detaillierter als die Vorgänger, aber hier und da etwas schwammig, besonders am Anfang in Covent Garden im Royal Opera House. Viellicht waren's aber auch die Kerzen...

Mit Connors Charakter bin ich, ehrlich gesagt, nicht so ganz warm geworden, vielleicht, weil einem einfach die Entwicklung des Charakters fehlt, wie man sie bei Ezio miterleben konnte oder Ezios Sinn für Humor. Überhaupt kam der Humor in diesem teil etwas zu kurz...klar gab es auch mal einen witzigen Spruch("Grüß Davy Jones von mir!"), aber viel seltener als in den Vorgängern. Überhaupt habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich Ezio, Altair und Connor miteinander verglichen habe. Connor jedoch wirkt ziemlich kalt, bei allem was er sagt und tut, was aber vielleicht auch seine Art ist und bei dem Erlebten kann man sich durchaus vorstellen, dass er etwas kaltherzig und mit den Jahren etwas verbittert geworden ist, was man auch im Epilog im Abschluss der Siedlungsmissionen feststellen kann. Allerdings kann ich dann den späteren Verlauf des Spiels nicht verstehen, wenn Connor einer gewissen Person so viel Vertrauen schenkt, obwohl er sie doch hasst!?

Und wieso sind im Spiel der Kalender im Gemischtwarenladen und der Mond spiegelverkehrt???

Steuerung:

Assassin's Creed 3 kann mit Maus und Tastatur oder XBOX 360-Gamepad gespielt werden. Ich bevorzuge die Steuerung mit dem Gamepad und habe es während des Spiels nicht bereut. Obwohl ich gerne mal das Schlösserknacken mit der Tastatur ausprobieren würde...

Soundtrack:

Umgebungsgeräusche untermalen die Jahreszeiten sehr gut, vor allem wenn man im Schnee herumstapft, da habe ich mir so manches Mal den Schnee herbeigewünscht(dauert ja nicht mehr lange), um endlich wieder Schneebälle zu formen und einen Schneemann zu bauen, oh ja, richtig, Schneemänner gibt’s im Spiel übrigens auch . Der Wind säuselt einem ums Ohr und wenn man bei Gesprächen mit Connor, Desmond oder Haytham in eine andere Richtung schaut, hört man die Stimme des Sprechers auch aus anderer Richtung, macht sich besonders bemerkbar beim Spielen mit dem Headset. Ich kann jedoch nicht genau sagen, ob das nicht schon bei den Vorgängern der Fall war, ist mir bei diesem Teil aber besonders aufgefallen, im positiven Sinne. Musikalische Untermalung fehlt allerdings ein bisschen, wenn vorhanden, dann nur in den Zwischensequenzen, Kämpfen und im Abspann. Schade, denn der Soundtrack war in den Vorgängern immer besonders toll.

Synchro:

Wie immer super, da ich die deutsche Sprachausgabe installiert habe, trifft man auf altbekannte Stimmen aus Film- und Fernsehen. So wird bspw. Haytham von Dietmar Wunder gesprochen, besser bekannt als die deutsche Stimme vom derzeitigen James Blond, äh, Bond, Daniel Craig. Dennis Schmidt-Foß(Ryan Reynolds, Chris Evans) als Connor, die Ray Liotta-Stimme(Udo Schenk), Jürgen Kluckert(Morgan Freeman), Arianne Borbach (Catherine Zeta-Jones) als Dobby(lauscht einfach mal dem 2. Gespräch zwischen ihr und Connor...) und viele viele weitere. Das hat sich Ubisoft aber einiges kosten lassen...

Fazit:

Assassin's Creed 3 vervollständigt die Story rund um Desmond, der früheren Zivilisation und den Edenapfel. Connors Charakter wirkt jedoch etwas lieblos, kaltherzig und kindisch, worüber auch die extrem vielen, und oftmals auch sehr kleinen, Nebenquests nicht hinwegtäuschen können, obwohl man vielleicht doch an manchen Stellen einen Funken Gefühl aufkeimen sieht.

Das Spiel selbst bringt einige gute Neuerungen mit sich, allerdings vermisst man wirklich harte Aufgaben oder Gegner, sowie gute Ausrüstungsgegenstände der Vorgänger(Hakenklinge adé, ok, dafür gibt’s den Tomahawk und den Wurfpfeil). Geschäfte gibt es in einem Ausmaß, wie bei den Vorgängern, nicht mehr, dafür muss man die Handwerker in der Siedlung produzieren lassen. Die Idee an sich finde ich nicht schlecht, das Menü ist jedoch derart unübersichtlich, dass man kaum unterscheiden kann, was man schon produziert hat und was nicht, und man klickt sich jedes Mal aufs Neue mühsam durch das Menü.

Die Grafik ist, abgesehen von den Bugs, sehr hübsch gemacht und auch die Umgebungsgeräusche und die vielen Bäume und Kletterhügel laden ein, das Grenzland zu erkunden.

Für den Assassin's Creed 3-Singleplayer-Modus braucht man, wie ich bemerkt habe, keine ständige Internetverbindung, allerdings sollte man doch ab und an die Speicherstände mit Ubisoft synchronisieren.

Schlecht fand ich den Teil nicht, allerdings ist er auch nicht der beste der Reihe...Ich glaube, ich habe Assassin's Creed Revelations als meinen Favoriten auserkoren...

Das Ende war, naja, nicht sehr aufschlussreich, lassen wir uns überraschen, womit uns Ubisoft in Zukunft in den Bann ziehen will...ein Ende ist zumindest nicht in Sicht...

Hier übrigens eine nette kurze Zusammenfassung, falls ihr das Ende von Assassin's Creed 3 nicht verstanden habt:

*SPOILER* Das Ende von "Assassin's Creed 3" erklärt...*SPOILER*

Trotzdem bin ich gespannt auf die neuen Missionen vom DLC und werde in den kommenden Tagen den Multiplayer-Modus testen.

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