Marvel Heroes im Test

30.01.2014 um 17:39 von Games.de

Diablo + Marvel = Hit?

Ein Diablo-Klon mit den Marvel-Superhelden? Von einem der Erfinder von Diablo? Und dann auch noch kostenlos spielbar? Das kann doch nur gut sein, oder? Der Frage sind wir auf den Grund gegangen.

David Brevik gründete einst Blizzard mit und ist einer der Schöpfer von Diablo. 2003 verließ er das Erfolgsstudio und gründete zusammen mit anderen Ex-Blizzard-Mitarbeitern die Flagship Studios, die mit Helltage London eine der wohl größten Enttäuschungen der Gaming-Geschichte verantworteten. Flagship wurde geschlossen, Brevik ging zunächst zu Turbine und wechselte 2009 zu Gargantuan Studio, heute Secret Identity Studios, wo er mittlerweile Präsident von deren Tochterunternehmen Gazillion Entertainment ist. Und mit diesem Studio entwickelte er Marvel Heroes, ein Action-Rollenspiel à la Diablo mit allen bekannten Charakteren des Marvel-Universums.

Nicht so cool, wie man denkt

Klingt erstmal ziemlich cool, wenn man darüber nachdenkt, sich mit Iron Man, Spider-Man oder dem Hulk durch die Gegnermassen zu schnetzeln, immer auf der Jagd nach Erfahrungspunkten und neuen Ausrüstungsgegenständen. Doch leider müssen euch schon an dieser Stelle sagen, dass Marvel Heroes ein ganz schön lahmes Spiel geworden ist. Man sollte eigentlich meinen, mit einem Veteran wie Brevik an der Spitze, der mit Diablo das Genre der Action-Rollenspiele quasi erfunden hat, und so einer starken Lizenz kann hier doch nichts schiefgehen.

Bösewichte verkloppen

Hier geht es einigen Fieslingen an den Kragen.

Doch spielerisch entpuppt sich der Titel als ziemlich uninspiriert und eintönig und das in allen Bereichen. Die Quests sind langweilig, die Kämpfe wenig spektakulär und das Charaktersystem bietet viel zu wenig Tiefgang. Hinzu kommt noch, dass es halt schon seltsam wird, wenn drei Hulks und zwei Iron Mans Seite an Seite miteinander kämpfen.

Promis sind schwer zu bekommen (oder teuer)

Doch bevor ihr solch prominente Helden steuern dürft, müsst ihr erst einmal mit weniger bekannten Charakteren Vorlieb nehmen. Von den insgesamt über 20 Helden bekommt ihr zu Beginn fünf geschenkt: Hawkeye, Scarlet Witch, Daredevil, Das Ding und Storm. Alle weiteren erhaltet ihr entweder, eine sehr große Portion Glück vorausgesetzt, während der acht Kapitel langen Kampagne als Loot oder ihr kauft sie euch für echtes Geld. Ein Thor kostet euch dabei beispielsweise schlappe zehn Euro, was nicht gerade ein Schnäppchen ist.

Hulk und Captain America

Captain America sagt zu einem guten Kampf auch nicht nein.

Technisch ist Marvel Heroes lediglich solide. Manche Spezialfähigkeiten der Helden sehen schon spektakulär aus, beispielsweise wenn Storm ihre Blitze loslässt. Die Figuren selbst sind jedoch relativ detailarm, die Umgebungen wirken sehr trist, als ob in dessen Erstellung überhaupt keine Liebe reingesteckt wurde, und auch die Animationen können nicht wirklich überzeugen. Der Sound macht ebenfalls kein besseres Bild, hat sogar viele richtig schlechte Sprecher zu bieten, während nur ein paar wenige ganz gut sind.


Fazit

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Beiträge: 26
Punkte: 167.737

Marvel Heroes klingt auf dem Papier toll, ist aber eine ganz schöne Enttäuschung geworden. Das Spiel kommt in keinem Bereich über den Genredurchschnitt heraus, da hilft auch die tolle Lizenz nicht. Technisch wäre hier auch wesentlich mehr möglich gewesen. Und 10 Euro für einen neuen Charakter sind auch ganz schön unverschämt. Selbst Marvel-Fans sollten lieber etwas anderes Spielen und wer einfach nur ein gutes Action-Rollenspiel sucht, hat mit Diablo 3, Torchlight 2 und Co deutlich bessere Alternativen.


Pro

  • über 20 Marvel-Helden,...
  • ordentliche Steuerung

Contra

  • aber nur fünf gratis, alle anderen teuer oder schwer zu bekommen
  • lahmes Questdesign
  • schwache Grafik
  • teilweise sehr schlechte Sprecher

Spielbewertung66%

  • 66%
  • 69%
  • 77%