AION im Test

13.02.2014 um 15:48 von Games.de

Aion Test: PvP beflügelt

Einst ein Abo-Spiel zum Kaufen, heute ein Free to Play-Titel: AION. Wir haben uns das MMORPG aus Südkorea näher angesehen.

Frieden ist für die beiden Völker der Asmodier und der Elyos in AION ein Fremdwort. Seit gefühlten Ewigkeiten liegen sie nun schon im Clinch miteinander und kämpfen um die Vorherrschaft auf ihrem Planeten. Ihr seid ein Kämpfer, der einer der zwei Fraktionen angehört und sich an dem endlosen Kampf beteiligen kann. Denn das ist der entscheidende Beweggrund, AION zu spielen: das PvP. Zumindest sollte er das sein, denn abseits dessen hat das MMO nicht viel Glanzvolles beziehungsweise Herausragendes zu bieten.

Erst mal leveln

Bevor ihr euch aber im PvP mit anderen Spielern die Köpfe gegenseitig einschlagen könnt, heißt es erst einmal leveln, was das Zeug hält. Mit Stufe 25 dürft ihr euch zum ersten Mal in die Schlachten wagen. Und wie erreicht ihr diese Stufe? Ganz einfach: Indem ihr jede Menge Quests erfüllt und Monster tötet, sammelt ihr Erfahrungspunkte und steigt immer weiter auf. Doch hierbei zeigt sich der große Kritikpunkt an AION: Die Aufträge entsprechen fast ausschließlich dem Standardschema. "Töte dies, sammle das" bekommt ihr sehr häufig zu lesen - und das alles ist nichtmal sonderlich schön verpackt. Dadurch macht sich recht schnell Langeweile breit. Dass man trotzdem weiterspielt, hängt einzig und allein damit zusammen, dass man unbedingt Level 10 und dann Level 25 erreichen will. Letzteres ermöglicht, wie bereits erwähnt, die Teilnahme an den PvP-Schlachten. "Aber was passiert auf Level 10?", mögt ihr euch nun fragen. Nun, da bekommt ihr eure Flügel. Klingt komisch, ist aber so.

Sowohl die Asmodier als auch die Elyos können ab Level 10 mit engelsgleichen Flügeln fliegen. Das geht aber nicht überall und auch nicht unbegrenzt. Nur in Gebieten, in denen genug Äther vorhanden ist, dürft ihr abheben, aber auch nur für eine kurze Zeit -genauer gesagt für eine Minute. Diese Begrenzung lässt sich mit fortschreitendem Spielverlauf aber immerhin ein bisschen erweitern. Selbst mit Maximalstufe seid ihr die meiste Zeit aber immer noch auf dem Boden unterwegs. Ihr könnt jedoch von Klippen herunterspringen und dann mit euren Flügeln bis zur Erde gleiten. So lässt sich mancher Laufweg ganz gut abkürzen.

Das Klassensystem von AION ist derweil relativ unspektakulär. Vier Grundklassen stehen zur Auswahl, nämlich Krieger, Magier, Späher und Priester. Mit Level 10 entscheidet ihr euch dann jeweils nochmal für eine zwei Spezialisierungen. Der Krieger beispielsweise kann dann entweder zum Templer oder zum Gladiator werden, während der Späher die Wahl zwischen dem Jäger und dem Assassinen hat. AION erfindet das Rad hier nicht neu, das Klassensystem ist aber schön übersichtlich, was dem Zusammenspiel als Gruppe zugute kommt.

Auf in die Schlacht!

Wenn ihr dann mal Level 25 erreicht habt, dürft ihr endlich in den Abyss, die große PvP-Zone. Hierbei handelt es sich um eine Scherbenwelt, in der ihr ohne die Flügel aufgeschmissen wärt. Hier warten nicht nur Quests auf euch, sondern eben auch Kämpfe gegen die Spieler der gegnerischen Fraktion. In der Regel kabbeln sich Asmodier und Elyos um Burgen, die eingenommen werden können. Bei Status Quo gehören diese den Balaur, einem dritten Volk, das rein aus NPCs besteht. Diese müssen erst einmal vertrieben werden, bevor sich die beiden Spielerfraktionen um die Festungen kabbeln können. Um die Balance nicht zu gefährden, schalten sich die Balaur aber dann wieder in den Kampf ein, wenn eine Seite zu stark werden sollte, um die dauerhafte Vorherrschaft einer Fraktion zu verhindern oder zumindest zu erschweren.

Für alle PvP-Aktionen eurerseits erhaltet ihr Abyss-Punkte. Die bestimmen zum einen über euren Soldatenrang, zum anderen könnt ihr sie gegen mächtige Items eintauschen. Gute Ausrüstung erhaltet ihr auch über das Crafting-System, das in einem guten Online-Rollenspiel natürlich nicht fehlen darf. Genau so bietet AION noch ein paar andere MMO-Standards wie Haustiere und ein Housing-System.

Ein Stück Crytek

Technisch ist AION als durchaus solide zu betrachten. Angefeuert wird die Grafik von der ersten Cry Engine, die vor zehn Jahren in Far Cry zum Einsatz kam. Angesichts dessen, dass AION nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, kann man sich wirklich nicht beklagen. Zum Veröffentlichungszeitpunkt im Jahr 2009 gehörte es zu den durchaus hübscheren MMOs, heute gibt es natürlich deutlich besser aussehende Konkurrenten, aber AION hat sich gut gehalten.

Am Leben gehalten hat es sich vor allem aufgrund der Entscheidung des Entwicklers, irgendwann von einem Kauf- und Abo-Modell auf Free to Play umzusteigen. Dadurch fanden mehr Spieler ihren Weg in die Welt von Asmodier und Elyos, zumal das Geschäftsmodell sehr fair gestaltet ist. Ohne auch nur einen Cent zu bezahlen, habt ihr Zugang zu allen Inhalten des Spiels. Ihr müsst eben lediglich mit einem kleineren Inventar und anderen Einschränkungen in dieser Größenordnung leben. Und wer ein bisschen Kleingeld in die Hand nimmt, kann sich von diesen befreien.


Fazit

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Beiträge: 26
Punkte: 167.737

AION ist ein Spiel, für das ihr erst einmal eines braucht: Durchhaltevermögen. Die Zeit bis Level 25 kann sich nämlich ganz schön öde anfühlen, denn die Quests sind alles andere als spielspaßfördernd. Sobald ihr aber am PvP teilnehmen könnt, entwickelt sich AION zu einem großen Spaß. Die Schlachten um die Festungen im Abyss machen vor allem aufgrund der Möglichkeit, mit seinen Flügeln in die Luft abzuheben, jede Menge Laune. Wer jedoch kein großer PvP-Fan ist, sollte einen großen Bogen um das Spiel machen, denn für denjenigen bietet AION einfach viel zu wenig.


Pro

  • sehr spaßiges PvP
  • jeder Charakter kann fliegen
  • übersichtliches Klassensystem
  • Crafting, Housing, Pets

Contra

  • langweilige Quests
  • Levelphase bis Stufe 25 sehr öde

Spielbewertung84%

  • 84%
  • 85%
  • 83%