AION im Test

21.08.2012 um 14:37 von Administrati

Aion - Mehr als nur ein weiteres MMORPG?

AION

Im September 2009 öffnete das Massively Multiplayer Online Role-Playing Game Aion endlich seine Pforten und knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung im asiatischen Raum konnten nun endlich auch europäische Spieler in den Krieg um die geheimnisvolle Welt Atreia ziehen. Lange warteten die Fans auf dieses Spiel, welches durch eine beeindruckende Grafik und das revolutionäre Flugsystem punkten konnte. Zu Beginn merkte man aber recht schnell, dass es sich bei Aion um ein asiatisches MMORPG handelte: das Leveln des Charakters erwies sich als ziemlich langwierig und die Dropraten waren auch alles andere als reichlich.

In den letzten drei Jahren hatte sich allerdings sehr viel getan und Aion wurde und mehr mehr an die Bedürfnisse und Spielgewohnheiten westlicher Spieler angepasst. Die wohl größte Änderung in der Geschichte von Aion war allerdings der Wechsel des Publishers und das damit verbundene neue Bezahlmodell. Seit Anfang 2012 überließ Ncsoft dem deutschen Publisher Gameforge die Vermarktung von Aion in Europa und natürlich auch den Support auf dem europäischen Markt.

Seit diesem Zeitpunkt wurde das altmodische Abosystem abgeschafft und auf Free-2-Play umgestellt. Im Item-Shop bietet Gameforge viele unterschiedliche Items, Kostüme oder Skins an, die ihr mit Münzen kaufen könnt. Mit einem Goldpaket könnt ihr euren Aion-Account aufwerten und sehr viele der Einschränkungen des Standard-Accounts fallen weg. Dazu gehören zum Beispiel die Cooldown-Zeiten bei Instanzen oder Einschränkungen beim Sammeln von Handwerksmaterial. Goldpakete können im Item-Shop mit Echtgeld gekauft oder Ingame von Spielern gekauft werden. Ihr müsst also nicht zwangsläufig Geld ausgeben, sondern könnt euren Gold-Status mit der Ingame-Währung Kinah im Auktionshaus oder direkt von Spielern kaufen.

In Aion entscheidet ihr euch für eine von zwei Fraktionen, die einen erbitterten Kampf um die Welt Atreia führen. Auf der einen Seite stehen die Elyos, welche auf den ersten Blick recht engelsgleich wirken. Ihre Gegner sind die dunklen und bedrohlich ausschauenden Asmodier. Auf jeder Seite gibt es die acht verschiedenen Charakterklassen, die unterschiedliche Stärken und Schwächen im Kampf und natürlich auch verschiedene Rollen in der Gruppe einnehmen. Stark gepanzerte Templer und Gladiatoren stürzen sich direkt in den Nahkampf, während Zauberer, Beschwörer oder Jäger ihre Kräfte aus der Ferne entfesseln. Für Unterstützung und Heilung sorgen die Priesterklassen Kleriker und Kantor.

In der Welt von Atreia gibt es eine Menge zu entdecken und zahlreiche Feinde und Gegner warten auf euch. Auf der unteren, der Sonne zugewandten Seite, liegt Heimat der Elyos. Auf der anderen Seite befindet sich das düstere Gebiet der Asmodier. Dann gibt es noch den Abyss und Balaurea, die Gebiete der Balaur. Dort befinden sich zahlreiche Festungen und Artefakte, die von den Fraktionen erobert werden können, aber auch von den Balaur zurückgeholt werden. Zu Beginn von Aion zwangen die Festungskämpfe schon mal so manchen Rechner in die Knie, wenn hunderte Elyos und Asmodier miteinander kämpfen. Mittlerweile hat sich die Performance deutlich verbessert, wobei natürlich immer noch einiges an Rechnerleistung benötigt wird.

Auch in der freien Welt kann es immer wieder zu Kämpfen zwischen Elyos und Asmodiern geben. Anfangs gab es die Risse in Elysea und Asmodae, durch die auf die andere Seite gewechselt werden konnte. Leider wurde dieses Feature in den letzten Jahren sehr verändert, so dass es einem Eindringling heute sehr schwer fällt, überhaupt einen Spieler der anderen Fraktion zu erwischen. Abyss und Balaurea sind fast ausschließlich PvP-Gebiete, in denen ihr immer mit feindlichen Angreifern rechnen müsst, selbst wenn ihr einfach nur am Monster schlachten oder Sammeln seid.

Wie in vielen MMORPGS gibt es in Aion natürlich auch unterschiedliche Instanzen, in denen ihr euch gefährlichen Gegnern stellen und mit etwas Glück auch wertvolle Beute ergattern könnt. Die Dropraten sind zwar noch immer nicht sonderlich gut, doch im Vergleich zum Start von Aion haben sie sich doch um einiges gebessert. Dennoch kann es eine langwierige Angelegenheit werden, das gewünschte Rüstungsset oder Waffen zu vervollständigen. Neben den normalen Instanzen gibt es auch solche, in denen ihr auf die gegnerische Fraktion trefft oder euch mit euren eigenen Leuten kloppen dürft. Im Großen und Ganzen bietet Aion eine beachtliche Zahl an verschiedenen Instanzen und herausfordernde Bosse oder heftige Kämpfe mit euren Mitspielern.

Mit Aion 3.0 kamen die lang erwarteten Features Housing und Mounts ins Spiel. Ihr könnt euch ein eigenes Heim kaufen und nach eurem Belieben einrichten oder eure Freunde einladen. Natürlich gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Möbel und Accessoires selbst herzustellen, denn ein neuer Handwerksberuf ermöglicht euch genau das. Mit den Mounts seid ihr schneller unterwegs und könnt weite Strecken in Atreia zurücklegen. Von einfachen Reittieren bis seltsamen Wolken oder Bikes ist alles dabei. Selbstverständlich werden euch diese Features einige Kinah kosten oder ihr holt sie euch aus dem Shop.

In Sachen Grafik hat sich in Aion in den letzten Jahren viel getan. Schon zu Release konnte es mit der verwendeten Cry-Engine optisch punkten. Mit Update 2.0 wurde noch einmal eine verbesserte Grafik eingefügt, die mit damaligen Highend-Grafikkarten genutzt werden konnte und um einiges schöner ausschaute.

Seit Release hat sich viel in Aion getan und mehr und mehr Features sind über die Jahre ins Spiel gekommen. Viele der anfänglichen Schwierigkeiten wurden mittlerweile behoben oder zumindest verbessert. Das Grinden zum Gewinnen von Geld und Erfahrung gehört definitiv der Vergangenheit an, doch für eine ordentliche Rüstung, sei es nun im PvP oder PvE, müsst ihr dennoch Zeit investieren. Aion 3.0 ist in Europa frisch erschienen, 3.5 dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen und 4.0 wurde ebenfalls schon angekündigt. Doch darauf werden wir wohl noch etwas warten müssen. Der Kampf um Atreia ist definitiv noch nicht vorbei und wir warten gespannt darauf, was und NCsoft und Gameforge in Zukunft noch alles bieten werden.