Rail Nation im Test

20.11.2013 um 16:28 von Games.de

Ein guter Zug

Erinnert ihr euch noch an Railroad Tycoon, den großen Klassiker von Sid Meier? Nein? Nun ja, es gab auch schon lange keinen neuen Teil von der Wirtschaftssimulation rund um Eisenbahnen und Güterverkehr. Mit Rail Nation ist aber eine kostenlose Alternative für den Browser erhältlich, der wir auf den Zug, Verzeihung, den Zahn gefühlt haben.

In Rail Nation schwingt ihr euch zum Leiter eines Güterzugimperiums auf. Gut, natürlich nicht direkt zu Beginn des Spiels, denn jeder fängt mal klein an. So auch ihr: Eure erste Aufgabe besteht nämlich darin, euch eine Lokomotive zu kaufen. Doch die allein nützt euch nichts. Um Geld zu verdienen, benötigt ihr die passenden Waggons für die Waren, die ihr transportieren wollt. Am Anfang seid ihr auf Holz, Kohle und Getreide beschränkt. Um weitere Waren transportieren zu können, müsst ihr die dafür zuständigen Produktionsbetriebe erschließen.

Das geschieht, indem ihr euer Schienennetz erweitert und so eine Zugverbindung zu den Betrieben herstellt. Sobald ihr beispielsweise Gleise zu einem Sägewerk verlegt habt, könnt ihr Waggons für Holzbretter kaufen und diese fortan transportieren. So spielt ihr euch immer mehr Waren frei, vergrößert euer Streckennetz und erweitert natürlich nach und nach euer Kontingent an Loks. Denn ein Zug reicht irgendwann nicht mehr aus.

Ihr seid aber auch gut damit beschäftigt, euren eigenen Bahnhof auszubauen. Der bietet nicht nur Gebäude wie ein Hotel oder ein Einkaufszentrum, die hin und wieder Geldboni abwerfen, sondern auch elementare Dinge. Dazu gehört zum Beispiel die Schienenhalle, die ihr ausbauen müsst, um mehr Strecken besitzen zu können. Die Größe des Lokschuppens hingegen bestimmt, wer hätte das gedacht, wie viele Züge ihr haben dürft. Jeder Ausbau eines Gebäudes beansprucht Zeit und kann mit Echtgeld beschleunigt werden - typisch Browsergame halt.

Forschung bringt weiter

Der dritte große, wichtige Aspekt in Rail Nation ist die Forschung. Hier verbessert ihr mit der Zeit eure Züge. So werden sie zum Beispiel schneller oder können mehr Waggons ziehen. Auch lassen sich komplett neue Lokomotiven erforschen. Für all das benötigt ihr Forschungspunkte, die vom Labor in eurem Bahnhof generiert werden. Durch dessen Ausbau gelangt ihr schneller an Punkte. Somit habt ihr zwar auch bei der Forschung immer eine gewisse Wartezeit, im Technologiebaum reicht dann aber ein Klick und der gewünschte Bonus ist freigeschaltet.

Die kleinen Dinge im Leben

Hinzu kommen noch diverse kleinere Features. Beispielsweise könnt ihr Geld in Produktionsbetriebe investieren, was dafür sorgt, dass ihr weniger lang warten müsst, bis ihr dort wieder Ressourcen abholen könnt. Außerdem werden hin und wieder Wettbewerbe ausgerufen, bei denen ihr innerhalb eines Zeitlimits eine bestimmte Menge eines Rohstoffs in die jeweilige Stadt liefern müsst. Das ist nett, genau so wie die Möglichkeit, euch mit anderen Spielern in Gemeinschaften zusammenzuschließen. Dann profitiert ihr zum Beispiel auch von den Investitionen anderer in Betriebe.

Technisch ist Rail Nation ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite bietet es eine anständige 2D-Optik, die zwar höher aufgelöst sein könnte, aber immer noch deutlich mehr bietet als so manch anderes Spiel. Auf der anderen Seite enttäuscht leider die Soundkulisse: Es gibt ein durchgehendes Windrauschen, ein bisschen Vogelgezwitscher und die Lokomotiven klingen so, wie man es erwartet. Musik? Fehlanzeige! Dadurch bleibt der Sound viel zu trist.


Fazit

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Rail Nation ist ein grundsolides Browsergame. Alle Features greifen gut ineinander und durch kleine Dinge, wie die Wettbewerbe, macht es richtig Spaß, sein Zugimperium aufzubauen. Nur leider gibt es da wieder die Browsergame-typischen Wartezeiten. Zudem hätte das Spiel ein wenig Musik gut vertragen können. Trotzdem: Für zwischendurch ist Rail Nation nicht verkehrt und für Fans der alten Railroad Tycoons sehr empfehlenswert.


Pro

  • gut funktionierende Spielmechanik
  • wirklich komplexe Wirtschaftsabläufe
  • Wettbewerbe sorgen für Abwechslung

Contra

  • nervige Wartezeiten
  • keine Musik

Spielbewertung81%

  • 81%
  • 80%
  • 84%