16.02.2017 um 20:03 von michael meiner

Für Ruhm und Ehre! Wir haben For Honor getestet!

Wer hat nicht schon immer davon geträumt, Burgen zu erstürmen und sich mit Breitschwert, Axt oder Speer einen Weg durch endlose Gegner zu bahnen? Mit For Honor von Ubisoft für PC, PlayStation 4 und Xbox One geht dieser Wunsch jetzt (zumindest virtuell) in Erfüllung.

Fantastische Welt!

For Honor spielt in einer Fantasy-Welt, die von drei mächtigen Kriegerstämmen beherrscht wird: Samurai, Wikinger und Ritter liegen im ewigen Clinch um Burgen und Ländereien. Nach einem gut gemachten Tutorial dürft ihr wählen, ob ihr euch den Rittern, Wikingern oder Samurai anschliessen wollt. Allerdings sind die Auswirkungen dieser Wahl rein kosmetischer Natur, denn an den Fähigkeiten eurer Spielfigur ändert sich nichts, egal ob ihr gerne Helme mit Hörnern tragt, das Breitschwert schwingt oder mit dem Katana fuchtelt.

For Honor für Einzelspieler

Obwohl For Honor in erster Linie als Online-Spiel gedacht ist, haben die Entwickler auch einen Einzelspielermodus mit auf die Scheibe gepresst. Die Hauptstory umfasst dabei drei Kapitel, die in sechs Unterabschnitte aufgeteilt sind und die Geschichte eines der drei Völker erzählen. Ihr kämpft euch als Ritter durch verschneite Bergpässe, greift als Wikinger imposante Burgen an oder schleicht euch als Samurai durch üppige Waldgebiete. Neben der wirklich beeindruckenden Grafik und fetten Zwischensequenzen bietet euch der Einzelspielermodus von For Honor vor allem die Möglichkeit, euch mit der Spielmechanik vertraut zu machen. Die ist nämlich weit komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Neun Helden sollt ihr sein!

Insgesamt habt ihr bei For Honor die Wahl zwischen neun unterschiedlichen Helden, die sich in Bezug auf Bewaffnung, Größe und Geschwindigkeit unterscheiden. Riesige Wikinger mit gigantischen Keulen sind ebenso vorhanden, wie flinke Saboteure oder waffenstarrende Ritter. Im Gegensatz zu ähnlichen Titeln, haben sich die Entwickler von For Honor ein gänzlich eigenständiges Kampfsystem einfallen. Auch wenn es zu Beginn vielleicht nicht so wirken mag, For Honor ist weder mit dem Xbox One-Klassiker Ryse verwandt noch ein ein Abklatsch der unzähligen Dynastie Warriors-Teile.

For Honor bietet taktische Kämpfe vom Feinsten.

For Honor bietet ein Kampfsystem, bei dem Angriff und Verteidigung gleichermaßen wichtig sind. Stumpfes drauflosprügeln bringt euch hier nicht zum Ziel, das gekonnte Wechselspiel zwischen Attacke, Block und taktischem Rückzug hingegen schon. Mit zwei Schultertasten werden Schläge ausgeteilt, geblockt wird mit dem linken Analog-Stick, außerdem habt ihr die Möglichkeit, eure Gegner am Kragen zu packen, zu werfen oder in Abgründe zu stoßen. Bis es jedoch so weit ist, gilt es zu üben, denn grade das Blocksystem benötigt einige Einarbeitungszeit: Gegner können aus drei möglichen Richtungen angreifen, um erfolgreich zu blocken, müsst ihr im richtigen Moment den Stick in Richtung des Angriffes drücken, schon prallt die feindliche Klinge von eurem Schwert ab. Was mit einem Gegner ganz einfach klingt, wird spätestens dann, wenn ihr online von zwei oder drei menschlichen Bösewichten in die Zange genommen werdet, zu einer echten Herausforderung. Wer hier nicht in alle Richtungen blockt und geschickt kontert, wird schnell zu Klump geschlagen.

For Honor geht online!

Der Online-Modus von For Honor ist in einen epischen Krieg der drei Fraktionen eingebettet. Jedes Match an dem ihr teilnehmt, trägt zum Sieg oder Niederlage eurer Fraktion bei. In den Spielmodi „Eroberung”, „Handgemenge”, „Duell” und „Deathmatch” geht es dann mit bis zu vier menschlichen Gegnern zur Sache. Zusätzlich zu den feindlichen Helden werden die Maps natürlich auch noch von zahlreichen, computergesteuerten Fußsoldaten bevölkert. Nach den Matches erhaltet ihr nicht nur Erfahrungspunkte und Kohle, sondern auch zahlreiche Bauteile für Rüstungen und Waffen, die sich obendrein noch individuell aufrüsten und verändern lassen. Außerdem schaltet ihr die sogenannten „Gaben” frei, mit denen sich eure Spielfigur aufmotzen lässt. Die Gaben sind in zwei Kategorien erhältlich: Aktive Gaben wie Blendgranaten werden direkt von euch eingesetzt, passive Fähigkeiten hingegen sind automatisch aktiv.

Technische Höchstnote auf allen Systemen

Technisch ist For Honor auf PC, Xbox One und PlayStation 4 über jeden Zweifel erhaben. Die Spielfiguren, Rüstungen und wuchtigen Gebäude strotzen nur so vor Details, an denen man sich kaum satt sehen kann. Schöne Explosionseffekte und geschmeidige Animationen runden das Erscheinungsbild gekonnt ab. Beim Sound hält sich For Honor etwas zurück, anstatt fetter Fanfaren gibt es eher langweiliges Getrommel und gedämpfte Kampfgeräusche. Hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen. Dennoch ist For Honor absolutes Demo-Material für Konsolen und Spiele-PCs.Leider ist auch For Honor nicht perfekt: Der Spielablauf ist sowohl online als auch offline abwechslungsarm, der Story-Modus ist zwar durchaus spaßig, fühlt sich aber über weite Strecken an wie ein Tutorial.

For Honor - Fazit:

For Honor ist sicherlich kein Spiel für Freunde blitzschneller Action und Monster-Kombos. Wer sich jedoch auf den von Ubisoft gepublishten Titel einlässt, bekommt ein optisch imposantes Gemetzel geboten, das zwar Einarbeitungszeit erfordert, euch dafür aber mit tollen Kämpfen belohnt. Wie sich der Fraktionskrieg auf den Spielspaß auswirkt, konnten wir leider noch nicht testen, denn dafür ist For Honor leider noch nicht lange genug auf dem Markt.



Michael Meiner
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